Die Mutigen

Die Welt war schon mal besser. Sie war aber auch schon mal schlechter. Heute werde ich nicht als Hexe verbrannt, was der Uroma meiner Uroma durchaus noch hätte passieren können. Meine statistische Lebenserwartung liegt bei 83 Jahren, während in der Steinzeit 30 Jahre schon ein langes Leben waren – und das bei ständigem Zahnschmerz. Trotzdem will ich nicht so tun, als sei alles in Butter. Das ist es nicht. Aber hej – Hoffnungslosigkeit können wir uns nicht leisten. Was wir brauchen, ist Rückenwind: Geschichten, die davon erzählen, wie wir die Welt verbessern können, während die Ewig-Gestrigen sich immer noch über angebliche Gender-Pflicht und Wurstverbote aufregen. Geschichten, die Lust auf Zukunft machen. Weil sie davon erzählen, dass viel mehr möglich ist. Dass längst Leute auf dem Weg sind, dass es Verbündete an jeder Straßenecke gibt (und wenn nicht dort, dann im Freundeskreis, in Aktionsbündnissen, in der Kommunalpolitik, in Kirchengemeinden, auf Ehrenamtsplattformen). Phantasie ist der Anfang. Was heute noch nicht ist, könnte morgen Wirklichkeit sein. Zum Beispiel könnten wir in zehn Jahren darüber lächeln, dass Autos einst durch Innenstädten fuhren, während nun Straßencafés und Fahrradwege menschenfreundlich sind. Natürlich gäbe es einen Mobilitätsservice für alle, die ihn brauchen. In einer der vielen Kirchen ist ein Indoor-Spielplatz eröffnet, mit Familienberatungsstelle. In einem Raum der Stille schaukeln 15 Hängematten. Natürlich gibt es auch noch Gottesdienste. Wunschlieder werden auf einer Playlist bei Spotify gesammelt. Einfach zu lernen und sehr aktuell. Die Dächer der Bürotürme sind begrünt. Dachgartenpatenschaften sind begehrt, und das Klima in der Stadt ist um 3,6 Grad kühler geworden. In ländlichen Regionen gibt es immer häufiger genossenschaftliche Läden. Neben einem festen Sortiment unverderblicher Waren werden auch Frau Lübkes Tomaten verkauft und Günthers Käsekuchen. Bürokratische Hürden und einst viel zu strenge Auflagen gehören der Vergangenheit an. Der Staat hat gelernt, dass mehr Vertrauen in Bürgerinnen und Bürger zu mehr Zufriedenheit führt. Dafür gibt es andererseits mehr Kapazität zur Verfolgung von Briefkastenfirmen und Steuerbetrug.

Träumerei? Auf jeden Fall! Denn „so weit ich weiß, sind die mit den guten Geschichten immer die Mutigen“, singen Silbermond. Das ist mein Soundtrack für diesen Tag.

Kommentare: 37 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Gundolf (Dienstag, 12 August 2025 18:56)

    Liebe Susanne,
    Danke für die schönen Zeilen.
    Dass heute schon so manches (wieder) möglich ist, das erleben wir gerade im Schwarzwald

  • #2

    Gundolf (Dienstag, 12 August 2025 18:59)

    Ich bin hoffnungsvoll, dass es auch Berlin schaffen kann, wieder eine lebenswerte Stadt zu werden. Die nächste Wahl kommt schneller, als so mancher denkt.
    Sonnige Grüße aus Zarten ...

  • #3

    Deliah (Mittwoch, 13 August 2025 14:05)

    Gundolf im Sonnigen Zarten! So nah bei Freiburg! Ich freu mich mit Euch. Ich fühle: würdest Du aus der Dreisam einen rundgewaschenen Stein fischen, in die Sonne legen, und dann in Berlin in einen begrünten Dachgarten legen oder an einen Ort, der Dir wichtig ist - mit guten Wünschen für diese Stadt. Ist das möglich?
    Wenn ich früher in Freiburg war, gab's an Straßenecken den Eismohr - das kalte Vanille-Eis in warme Schokolade getaucht. Ich dachte an diesen Genuß Anfang Juli, als Susanne das Softeis mit Streuseln zeigte. Und Ihr seid so nah am Freiburger Münster ...

  • #4

    Gundolf (Freitag, 15 August 2025 17:46)

    Der Kiesel ist nicht mitgekommen, aber viele schöne Eindrücke. Zum Beispiel die Wanderung durch die Ravenna-Schlucht mit dem Viadukt zum Start. Und dann durch das Höllental zu fahren und im Himmelreich anzukommen.

    Und das allerbeste haben wir gerade im Zug nach Berlin erlebt, fast genau so, wie ich es in einer Kurzgeschichte las:
    Ein Zugführer, der nach 50 Dienstjahren gerade seine letzte Fahrt absolviert (hat).
    Schon im Bahnhof Freiburg standen einige mit seinem neuen Fahrtziel »(Un-)Ruhestand« auf einem Schild am Bahnsteig gaaaaanz vorne. Kurz vor Karlsruhe wurde dies auch im Zug durchgesagt und dem Kollegen gedankt für die 50 Jahre Dienst.
    In Karlsruhe nahm ihn dann (offensichtlich) seine Familie und Freunde in Empfang, ebenfalls mit großen Plakaten. Mit Enkel auf dem Arm sah er noch glücklicher aus, der Zugführer.

    @Susanne: war diese Kurzgeschichte nicht von dir?

  • #5

    Deliah (Samstag, 16 August 2025 12:56)

    Du wärst der Hirte für diesen Lichtbogen 'ZartenBerlin' gewesen. Du warst die Augustmöglichkeit. Wir freudenwort Freunde kennen Dich seit vielen Jahren. Ich traute mich zu fragen.
    Mir wurde erzählt, in die 'WohnzimmerKirche 26. September' wurde ein Stein aus Israel für das Taufbecken gebracht, und auch der See Genezareth angedeutet. Welch guter Lichtbogen.

    Bis Oktober 1975 lebte ich für ein Jahr in Freiburg. Es bleibt ein Glücksland. Manchmal reiste ich in die Heimat, möglicherweise mit dem Zugführer, der jetzt glücklicher Pensionär ist.
    Alles Liebe!

  • #6

    Helmut (Donnerstag, 21 August 2025 11:16)

    … You may say I'm a dreamer
    But I'm not the only one
    I hope someday you'll join us
    And the world will be as one…
    Hab' ich gestern Abend singen gehört. Tat gut.

  • #7

    Birger (Donnerstag, 21 August 2025 15:05)

    Ist das ein Zufall gewesen?
    Oder hast du den Song bewusst aufgelegt?
    Wer ist der Sänger?

  • #8

    Gundolf (Freitag, 22 August 2025 18:04)

    Die Geschichte vom letzten Arbeitstag eines Lokführers, die habe ich wiedergefunden.
    Getreu des Motto „hätte sein können“, also von Susanne Niemeyer, war sie dann doch von Birgit Kummer und heißt »Die Gratulation«, ich fand sie nach einigem Suchen im Internet durch Tipps dort auch bei mir im Regal, in dem Buch »Freude – Schätze aus 20 Jahren Der Andere Advent«.
    Wer das Buch nicht hat, der kann die Geschichte ergoogeln.

  • #9

    Deliah (Sonntag, 24 August 2025 21:23)

    .... eben gelesen. Danke Gundolf. Danke Birgit. Danke Susanne.
    Und die Menschen, die eine Rose genommen haben, sind auch beschenkt, für allezeit.

  • #10

    Birger (Samstag, 30 August 2025 10:31)

    Wir pflanzen eine Rose an Euren Weg, Karin. Herzlichen Dank!

  • #11

    Helmut (Samstag, 13 September 2025 19:03)

    @Birger: Karin hat schon den ganzen Text des Liedes von John Lennon geteilt. Ich hab' das Lied zum letzten Mal von den "Les Brünettes" gehört. Das ist ein Frauen-Ensemble, die einige Lieder von den Beatles auf ihre Weise eingesungen haben. Es war ihr letztes Lied an einem Mittwochabend auf einer Bühne im Freien in unserem Ort - und es tat einfach gut. Und es passt zu diesem Freudenwort vom Träumen.

  • #12

    Birger (Sonntag, 14 September 2025 12:09)

    @ Helmut ; ein Traum ! als du das erstemal vom gehörten Singen erzähltest, war ich begeistert, denn zur selben Zeit redeten wir über die beiden Sätze vom Träumersein, meine Freundin und ich. Wir hatten keine Schallplatte im Haus, um sie im Lied zu hören. Eines Tages hat Karin den song hierhergeschenkt . Danke vielemal . Du durftest ihn auch noch unterm Sommerhimmel hören an jenem Abend .... freut mich sehr !
    Wirklich, es hat gutgetan .


  • #13

    Lucien (Mittwoch, 17 September 2025 11:44)

    @ träumen .
    Ist mir jetzt eingefallen, als ich eine Geige im Radio hörte
    Vor mehreren Jahren habe ich eine Geschichte gelesen: von drei Menschen, die in ihren Träumen miteinander gesungen haben. Eines Tages wurde einer von ihnen durch einen Schicksalsschlag entführt und isoliert. Verbundenheit haben sie gespürt. remmi. Sie haben gewusst, sie sind ein gutes Trio. Aber Siedler aus anderen Ländern, Unbekannte, versuchten durch seltsame Tricks zu stören. Der Chor war kaum noch zu hören. Die Fremden hatten Rufmord eingeschaltet Weil das gebliebene Duo nichts hörte, haben sie den Jäger des Dorfs gebeten, den Vermissten zu suchen. zu finden. Ich, Lucien, konnte die Story leider nicht zu Ende lese, weil der Wecker schellte. Mir wird klar, dass Chorsänger sich nie von aussen beeinflussen lassen sollten. Wenn ich selber einmal in einen Chor eintrete, werde ich dieses Wissen ganz sicher befolgen. Heute will ich, Duet von Steve einlegen. Die Violine spielt Daniel.

  • #14

    Fanny (Dienstag, 23 September 2025 13:35)

    Heute schwärmte die Moderatorin im Radio - wie genial es doch sein würde, das Fenster zu öffnen und immer frischen Kaffeeduft zu schmecken, wenn sie neben einer Kaffeerösterei wohnen würde .... Sie hatte wohl vorher von einer bestimmten Rösterei berichtet.
    Bald schrieben Hörerinnen, daß der Geruch um solch eine Rösterei gar nicht so angenehm wäre. Nicht zu vergleichen mit dem Aroma, an das wir jetzt alle denken ....
    Mir ist eingefallen, wenn ich bei Rewe die Bohnen frisch gemahlen habe und sie dann pulverig mit dem griffbereiten Tesa in die Tüte lagerte, habe ich den Duft immer sehr genossen. Und dann an der Kasse, fragte SIE "Darf ich mal?" Gern öffnete ich das Schatzpaket, und sie fühlte sich gestärkt und happy. Die Menschen nach mir am Band auch.

  • #15

    Gundolf (Dienstag, 30 September 2025 17:31)

    Singen ist toll.
    Singen im Chor ist noch toller.
    Am Tollsten ist's: Singend im Chor dort die Frau für's Leben zu finden.
    Singen in einer tollen Kirche bringt gaaaaanz viel Freude, vor allem, wenn die Töchter einfach los singen. Meist stimmt eine das „Velik Si“ an, und dann wird gemeinsam gesungen, oftmals dann auch einige Taizé-Lieder, die gehen oft auswendig.
    Singen in der Familie ist einfach supertoll.
    Einfach los singen.
    Einfach singen.
    Solus Cantus.

  • #16

    Deliah (Mittwoch, 01 Oktober 2025 10:08)

    Einander beim Singen im Chor finden,
    Beim gemeinsamen Kochen Im Herbst
    Lieder aus dem Sommer in Zarten
    In die Küche binden, und

    Gernbunte freudenwortLieder erfinden.

  • #17

    Sándor (Donnerstag, 02 Oktober 2025 11:03)

    Mir fällt eine Empfindung von Sir Yehudi Menuhin ein,

    "Wir Menschen sind im Singen schöpfende und schöpferische Klangwesen. Wir vermögen durch Gesang unsere Welt und unser Handeln zu beseelen, singend Liebe, Freude, Hoffnung, Zuversicht zu schenken, uns aber auch den Schmerz von der Seele zu singen ..."

  • #18

    Vina (Donnerstag, 02 Oktober 2025 12:55)

    Auch ich wurde angeregt, meine Schreibfeder fallen zu lassen, um in meiner Zitatensammlung zu suchen - und zu finden : Er hat sie gespielt - die Zither.

    Wir alle haben ein angeborenes Musikinstrument - unsere Stimme!
    Eine feinfühlige Seele wird von Farben angesprochen,
    eine noch feinfühligere vom Klang.

    Hazrat Inayat Khan

  • #19

    Gundolf (Donnerstag, 02 Oktober 2025 23:18)

    Psalm 150, 6 (BB)
    Alles, was lebt durch Gottes Atem,
    antworte dem Herrn mit Lobgesang!
    Halleluja!

    Mit selbst-erfinden bin ich raus, aber es gibt ein super Liederbuch »EINE HANDBREIT BEI DIR«, das für alle Psalmen mindestens ein Lied bereit hält. Da habe ich schon viel Schönes gefunden. Tolle Lieder. Sehr zu empfehlen.

  • #20

    Deliah (Samstag, 04 Oktober 2025 13:17)

    raus? Gundolf, ich wünschDir BleibBereit!
    jedenfalls kannst Du doch jederzeit ein Lied empfangen können ...

    Du schreibtest vom tollsein. Wir staunten. Du und Deine Lieben in der Kirche : da sah ich euch dann auch noch vorm inneren Auge im Kreis handinhand im Chor-Raum dreisam das Hallelujah von Taizé singen. Danach, hoch vom Himmel her, Cymbelsterne, ein meer. Ihr immernoch im Kreis, lauschtet und seid ganz froh gewesen.

    Danke, daß Du zu diesem Buch hingewiesen hast. In Ringbuchform gefällt es mir besonnders gut.

  • #21

    Gundolf (Samstag, 04 Oktober 2025 21:40)

    Ja, Taizé-Lieder sind auch gerne genommen und gesungen.
    In einer wunderbaren Kirche auf dem Ritten, »Waldkirche zum hl. Josef in Lichtenstern«, haben wir gemeinsam mit Freunden auf einer Wanderung nicht nur Taizé-Lieder gesungen, sondern auch das wundervolle »Look at the World« von John Rutter im Rahmen unserer kleinen Andacht. Das »Look at the World« passt wunderbar in diese Kirche, denn das Altarbild ist ein Fenster auf den Lerchenwald dahinter, also ein echtes »Look at the World«! Schade, dass ich das Lied nicht einfach dort aufnehmen kann, denn das mag eine Verein für musikalische Verhinderungen so gar nicht, weil der will dann Euronen sehen ...

  • #22

    Deliah (Sonntag, 05 Oktober 2025 12:22)

    Altarbild in den Wald. Herrlich!
    Doch, aufgenommen habt Ihr Wanderfreunde John Rutter's Lied, und diesen Blick ins Grün : In Euch, für allezeit. Sogar in einer Waldhöhle könntet Ihr's erneut hören, und sehen, den Blick zum Altar.

    Wir hatten in unserer Kirche ein Geschehen - ein in den Wald schauenkönnen, das unvergessen bleibt.
    Die 3 Altarfenster wurden ausgebaut, um gereinigt und repariert zu werden. Sperrholz wurde eingebaut. Der Künstler hatte plötzlich eine geniale Idee : er malte in jedes Holzfenster eine breite dunkelblaue Säule. Himmel. Dahinein sägte er Sterne aus, schön verteilt. Von außen montierte er gelbliches Glas. Stern für Stern. Es war zauberhaft. Du blicktest auf Sternenhimmel, und gleichzeitig in den Wald. Wir liebten sie sehr, diese Zeit.

    Ich bin so dankbar für die Kirchenfensterkünstler in dieser Welt!

  • #23

    Babette (Montag, 06 Oktober 2025 14:56)

    'Look at the World'

    Lerchen singen in den Lärchen.
    Drinnen in der Kirche zum hl. Josef im Wald
    Geborgenheit, Gebete und GeDANKen
    LIEDER
    ein Bogen in Klang - TirolGroßbritannien.
    Geh'fühl - hier und dort,
    Freundesmenschen, mit dem Erfinder vereint
    OBEN auf dem Ritten
    und zur Freude, wenn IHR mögt
    Das Mahl aus Quitten

    'Im Licht von Lichtenstern'

    2kg frische Quitten
    abgeriebene Schale v 1Orange u 1Zitrone
    2Teelöffel gemahlenen Zimt
    2Eßl. Kirschwasser
    je 50g Zitronat u Orangeat
    etwa 1kg zucker

    Quitten vierteln. 45min bei milder Hitze zugedeckt köcheln lassen. In ein Sieb abtropfen lassen - in eine Schüssel bringen. O. u Z.schale, Zimt und Kirschwasser hineinmischen u alles miteinander über Nacht zugedeckt wirkenlassen. Zitronat u Orangeat sehr sehr kleinwiegen. Die Fettpfanne des Ofens mit Backpapier auslegen. Quittenmus durch ein Haarsieb streichen, abwiegen u mit gleicher menge zucker mischen. Das Mus unter immerwährendem Rühren mit einem Holzlöffel solange kochen, bis sichs vom Topf löst. Zuletzt Zitronat u Orangeat hineinmengen. Mus, 1cm hoch in die Ofenpfanne streichen u bei 50° auf mittlerer Schiebeleiste 3 bis 4 Stunden trocknen lassen. erkalten lassen u in gleichgroße Rauten schneiden u wenn IHR mögt, in den restlichen zucker bringen.

  • #24

    Ferdl (Mittwoch, 08 Oktober 2025 11:07)

    ........ ist gut gwesn, Gundolf. Die Welt auf dem Ritten kennenzulernen. Danke fürs mit uns teilen!
    Aufm Weg ins Dorf fand ich "Jeschesna" eine Berg-Aster mit Blüten, und ein Kunigundenkraut und ich freute mich. Will alle in Babettes u - becher im Rezept setzen. Zartbunt, blauviolett und ein bißchen rosé. Gell?
    Des mit dem noch im Zucker wälzen brauchts ned, die Rauterl san süß gnug. Danke für den Pfad dorthin! Hier im Freudenwort zommenkemmen tut gut.
    Pfiati .

  • #25

    Fred (Mittwoch, 08 Oktober 2025 14:43)

    Alles, was an der Fichte verhärtet, steif und dunkel ist, ist an der Lärche weich, zart und licht. Ihre gesamte Erscheinung hat die typische kegelförmige Gestalt der Nadelbäume abgerundet, ihre Nadeln sind weich, ihre jungen Zäpfchen gar rosafarben bis purpur. Sie erhellt die Fichtenwälder und sogar die Mischwälder mit ihrem frischen Frühlingsgrün und herbstlichem Gold. Die Lärche macht einen enormen Schritt in Richtung Laubbäume, indem sie ihr Laub jährlich erneuert und durch die Fähigkeit ihre Krone abzuwandeln, von symmetrischer Geometrie hin zu viel ausdrucksstärkeren Formen, wie sonst nur von Laubbäumen erreicht werden. Die Lärche hat das Potential zur Individualität - und sofort spiegelt sich das auch in örtlichen Legenden und im Volksbrauch.


    Lärche

    Grüne Schwester vom Dach der Welt
    Die auch in den Tälern die Welt erhellt
    Du atmest Weite und Höhe und Licht
    Doch deine wahre Majestät erkennen wir nicht
    Königin der Berge, du nimmst das Gewicht
    Der schweren Materie und hebst sie zum Licht
    In zärtlichsten Linien, wie's den Säligen gefällt
    Du Brücke des Vertrauens in die Unsichtbare Welt.

  • #26

    Carsten (Freitag, 10 Oktober 2025 09:03)

    ...am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott...
    Die Mutigen sprechen sinnvolle Wort, wie o.g. und es ist der Anfang der Realität...
    Danke.
    PS: Silbermond ist ein guter Soundtrack für den Tag... z.B. "leichtes Gepäck"

  • #27

    Anita (Freitag, 10 Oktober 2025 12:52)

    Mein im Wald sein ähnelt dem Tun und Empfinden von Caroline. Einmal aber ereignete sich etwas anderes .... ich wußte um halbzwölf plötzlich, daß Klaus Hoffmann um dreizehn Uhr für eine Stunde Gast im Hörfunk sein würde und auch über die neue CD 'Glaube Liebe Hoffmann' erzählen würde.
    In der Wohnung über mir polterte man gewaltig. Man war an diesem Tag sehr wild.
    Ich brauchte einen entspannten Ort, und sah gleich meinen Baum, um zu hören und zu genießen. Sechzehn Minuten brauchte ich, um dort zu sein.
    Etwas kleiner wie eine Kerrygoldbutterdose und mit einer ausziehbaren langen Antenne, kann es leicht mitgenommen werden, das welekom. Aber ich weiß noch, ich fragte mich "was werden die Vögel denken?" ....
    Bin aber losgegangen. Tief im Wald lehnte ich mich an meinen Baum, "sei willkommen" hörte ich. Dann legte ich das Radio ans Ohr. Wärme um uns herum. Während des Gesprächs durfte der Gast sich einige Musik wünschen. Die Vögel zwitscherten fröhlich mit. Wir waren glücklich. Gott hat den Wald erfunden. Ich sah beim Nachklang : Ameisen spazierten über mein Hemd, und ließ sie dann auf ein Waldblatt klettern und brachte sie zurück zur Rinde. Danke, Euch !

  • #28

    Birger (Donnerstag, 16 Oktober 2025 11:16)

    Gundolf, bedeutet das, ihr fühlt euch manchmal wie verzirbt, eingezirbt irgendwie, wenn ihr frische Kleidung aus dem sarntaler Schrank holt und dann mit neuer Energie in den Tag geht? Die Idee, dass ein Tischler im Ferienland die neuen Möbel mit euch zusammen kreiert und dann baut, scheint echt gut. Meine Freundin und ich brauchen nämlich für unsere Schreibbereiche neue Stühle. Wir würden dann die bisherigen in die Laube platzieren und ihnen beizeiten neue Farbe geben, die wir dann schön finden würden. Schon seit langer Zeit wollen wir einmal Urlaub im Emmental erleben.

  • #29

    .Julie (Freitag, 24 Oktober 2025 11:48)

    Glechoma hederacum / Gundermann, auch ich schätze dies Gewächs, freumich immer sehr, wenn es / er plötzlich einfach da ist. Der Stengel dieser Gundelrebe zeigt Grazie.
    Weil ich gestern an Delphinium consolida erinnert wurde, sah ich den Weg meiner Kindheit, direkt eine Etage über dem Eisenbahn-Gleis vor mir. Er wurde 'Grasiger Weg' genannt, im Dialekt 'GroosicherWääch'. Da gabs links am Rand eine lange Strecke mit diesem anmutigen Rittersporn. Darunter sauste der Zug vorbei ... Irgendwann gabelte der Weg in ein Wäldchen. Schon soolange habe ich es nicht mehr gesehen, dies Hahnenfußgewächs. Aber heute - im Buch der Pflanzen.

  • #30

    *freudenwort (Freitag, 31 Oktober 2025 13:26)

    Bitte postet hier keine urheberrechtlich geschützten Texte anderer Autor*innen oder Liedtexter*innen. Ich habe aus diesem Grund zwei Posts gelöscht (nicht aus inhaltlichen Gründen).
    Herzliche Grüße
    Susanne

  • #31

    .Julie (Freitag, 31 Oktober 2025 14:56)

    Er durfte einige Zeit hiersein, seinsong .
    TräumerverbündetGUT ist sie gewesen, diese Zeit, liebe Karin. alle haben wir ihn mitgesungen und uns sehr gefreut. In der Erinnerung bleibt es bei uns, dein morgenlichtGeschenk!

  • #32

    Geraldine (Dienstag, 04 November 2025 09:36)

    Mir träumte, mal wieder nach Bern zu reisen. In der Altstadt, in der Nähe vom Zeitglockenturm
    gibt's eine Bank aus Holz. Würde dann drei Schaffelle drauf ausbreiten, damit andere Menschen auch Platz nehmen könnten. Im Gepäck hätte ich sie, eingerollt, und eine bis zum Rand gefüllte Keksdose auch. Mit 'Echter Heidesand' drin. Die schmecken gut, und mit Marzipan, und rundgeformt. Ich würde die Dose öffnen und mit allen, die in der Nähe sind, diesen Heidesand teilen. Dann irgendwann zur Heiliggeistkirche spazieren, immernoch eingemummelt. Vielleicht ein Lied singen, mit den Menschen, die auch dort sind. gern. in Bern.

  • #33

    Deliah (Freitag, 07 November 2025 15:55)

    Elfriede. Ich mag diesen Namen. Hatte das Glück, eine ganz Besondere zu kennen : ein Freund wollte sich einen Traum erfüllen : ein Pferd, um herrliche Ausritte zu erleben. So lernte er Lasko kennen. Ein sanfter Rappe. Die beiden mochten sich. Die Bedingung für den, der ihm ein neues Zuhause schenkte war : die weiße Ziege Elfriede. Sie gehörte zu Lasko, Freunde waren sie. "Ja, wir heißen beide willkommen". Jeder, der die beiden kennenlernte, mochte sie. Schwarz und Weiß. Irgendwann mal, durfte Elfriede zu ihrem Freund, und nach 22 Wochen gebar sie drei Zicklein. Fröhlich und voller Tatendrang; sie hüpften und sprangen, wo sie nur konnten. Wenn du mit einem Keks in der Nähe warst - zack, Elfriede liebte sowas. Manchmal fragte ich sie "Dürfen wir mal von eurer Milch probieren?" Sie war willig. und die Milch köstlich, leicht herblich und du hast Elfriede gerochen. Danke Du Schöne! Vierzig Jahre ist's schon her. Im Heute, jedesmal wenn ich mal Tchibo's BLACK&WHITE aufbrühe, denk'ich an Lasko und Elfriede. 'Shortbread Fingers' mag ich am liebsten dazu. Weil Elfriede die auch mochte.

  • #34

    Deliah (Donnerstag, 20 November 2025 11:09)

    Warmherzigklingende Stimme heute durchs Radio ... ,
    ì Pastor in Hamburg í , u er erinnerte uns an
    den Kanon für DREISTIMMEN von Paul Ernst Ruppel .
    ... fand mein WürttembergischesGesangbuch : 310 .
    . es tat so gut zu lauschen .
    bin dann aufgestanden und fühlte mich irgechdwie
    in buchstabenschneiderei hinein; jetzt hier bei Dir .
    "Hebebühne der Seele" hörte ich durch IHN . genial .

    Herzliche Grüße, und an alle u zu allen Bühnen in dieser Welt hin ! und überall

    AN
    TUE
    ÌMIR
    GEIST
    SEELE
    LOBES
    ìIMMERí
    ìFREUET
    íMUNDE
    ìANTLITZ
    SPRACHE
    ìBEGEHRE
    AUFHEBEN
    VEREINIGEN
    ìFREUETSICH
    ATEMHAUCHí
    STUECKCHENìí
    INDEINEMLOBE
    BESCHLIESSUNG
    ÌNMEINEMMUNDE
    GEHEWIEESWOLLE
    WIEDERVEREINIGEN
    ìDURCHALLEHIMMEL

    HEBEBUEHNEDERSEELE .

  • #35

    erna (Freitag, 21 November 2025 10:42)

    ° soulfood vom feinsten ° , bei mir sinds gern auberginen u was dazu ...

    john lennon's song ; und dazu auberginen dünsten, zum leichten salzen schwarzen pfeffer hineinwürzen, noblauchzehen ganzfeingeschnitten, ein hauch rahm oder gute butter. und als krönung gewürfelten hirtenkäse einmengen. Jetzt noch für jeden 3 Walnüsse, achtsam halbiert,
    auf dieses miteinander schmücken .

  • #36

    lalets (Sonntag, 23 November 2025 18:26)

    ... durch eine Beschreibung im Z.blättern gestern, habe ich einen Menschen gesehen, der obdachlos war. gesehen in Gedanken. Es stand dort geschrieben, daß er in den Kolonaden v Petersdom in Rom übernachtete. und es fragte in mir, welche Eissorte er wohl liebte, im Sommer. ... es ist so gut, das römische . Einmal - da hatte er sich bereit erklärt, in einem Musikvideo mitzuwirken. In den Sekunden 19-21 . Im Lied "O vita". Sein Name ist Burghard Scheffler, und er trug einen Bart. Seinen Bart .
    Und ein Maler aus Leipzig eines Tages, hatte ihn für ein Werk für sich entdeckt, an der Schwelle einer Kirche begegneten sie sich. Der Künstler fragte den der den Bart trug, ob er sich von ihm malen lassen würde. "Jah" er willigte ein. Bekam siebzigEuro.
    Im Heute ist sein Portrait auf goldenem Grund als Petrus zu sehen, auf einem Gemälde im Dom zu Naumburg.
    Im November vor drei Jahren ist Bernhard Scheffler gestorben. Durch Erfrieren. Papst Franziskus hat auch im nächstfolgenden Gottesdienst für ihn gebetet. Auf dem Campo Santo Tentonico wurde er beigesetzt. Vielleicht wissen diese beiden Seelen jetzt mehr voneinander, dort im frIedensLand. in Gedanken jetzt, borge ich mir für ein paar Minuten die Leica des Papstes, die gestern ersteigert wurde : Betende Hände . damals . für Ihn . war in dieser Zeitung zu lesen.

    Gestern morgen sprach der Pastor in der Morgenandacht ein Bild : Die Seele im Schoß Abraham wiegen ... . Ich sah es nochmal, beim Lesen über Burghard Scheffler .

  • #37

    Johann (Montag, 24 November 2025 08:15)

    Keno ist ein Schatz für diese unsre Welt *

 

Au ja! Ich möchte wissen, was es Neues gibt