Was mir zur Fastenzeit einfällt

 

  

Ich glaube ja, dass Eintagsfliegen sehr gute Vorbilder sind.

Ich habe mich bisher eher an Hamstern orientiert, die sind immer betriebsam und haben die Backen voll. Wer hat, der hat, hat meine Oma gesagt und so eine Eintagsfliege hat nichts, außer ein bisschen Leben. Wenn mich jemand fragt, was ich tun würde, wenn ich nur noch einen einzigen Tag zu leben hätte, liefe ich weg, weil ich die Frage so sinnlos finde. Was man ein Leben versäumt hat, kann man nicht an einem Tag nachholen. Bei einer Eintagsfliege ist das was anderes, da ist ein Tag ein ganzes Leben, und das ist ein beängstigender Gedanke voller Schönheit. Ich weiß nicht, was Eintagsfliegen tun, ob sie tanzen, ob sie nach vollreifen Trauben suchen, ob sie den Sex ihres Lebens haben oder ob einfach alles in der Schwebe bleibt. Ich bin ja keine Eintagsfliege. Aber Menschensachen machen, die einen Tag zum ganzen Leben erheben, das wär’s doch.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Kerstin Bayer (Mittwoch, 18 Februar 2026 17:14)

    Vielen Dank � für die wundervollen Texte, Gedanken, Mutmachworte. Es ist für mein Herz ❤️ ein Geschenk.
    Liebe Grüße �‍♀️

  • #2

    Gundolf (Freitag, 20 Februar 2026 20:47)

    ❤lichen Danke für die schönen Worte, gerade zum Fastenbeginn finde ich die gut.
    Es ist eine gute Zeit, über das Leben nachzudenken.

    Und schon fällt mir Psalm 39 ein, insbesondere die Verse 5-8:
    5 Herr, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. 6 Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! (Sela.) 7 Sie gehen daher wie ein Schemen und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln, und wissen nicht, wer es einnehmen wird.
    8 Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. (Luther 1912)

    Und schon kommt mir auch die Vertonung von Johannes Brahms in den Sinn, ich könnte diese Worte in der Vertonung seines Deutschen Requiem sofort singen. Beginnende in getragenem d-Moll über F-Dur ins strahlende D-Dur: Ich hoffe auf DICH!
    Schließen wird der 3. Satz dann mit Worten aus Weisheit 3,1.
    Ich werde ist in der Fastenzeit wieder hören und mitsingen.

 

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