Sonntags gibt es Pudding, und das ist gut. Bis auf die Haut. Ich weiß nicht, warum es immer noch Haut auf Pudding gibt. Diese plockige Schicht mit dem Mundgefühl einer Schuhsohle. Die Menschheit hat so vieles hervorgebracht: Kernlose Weintrauben, Silberputztücher. Tropffreie Kaffeekannen. Es ist sogar gelungen, Atombomben zu entwickeln, was verzichtbar gewesen wäre, aber ich stelle es mir komplizierter vor. Würde mit demselben Enthusiasmus, den Menschen aufbringen, um Waffen zu entwickeln, an der Erfindung
des hautfreien Puddings gearbeitet, wäre die Welt friedlicher,
glück licher, und alle Schüsseln wären leer geschleckt. Nein, Paradiescreme ist keine Lösung. Paradiescreme ist Etikettenschwindel, genau wie „militärische Sonderoperationen “, „Kollateralschaden“ und „humanitäre Interventionen“. Wenn das Paradies nichts als aufgeschlagene Luft ist, kann es mir gestohlen bleiben. Pudding muss gekocht und gerührt werden, Pudding muss duften, Pudding muss weich und warm sein, um zu trösten, wenn die Nachrichten trostlos sind. Das macht zwar die Welt nicht direkt besser, aber wer Pudding isst, schießt nicht. Wenn der Pudding dann noch hautfrei ist, sind wir ganz nah dran am Paradies.
aus: Luft nach oben 2026. Der Sonntagskalender

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Gundolf (Dienstag, 28 April 2026 21:04)
Frieden schaffen mit Pudding – vielleicht funktioniert das ja heute viel besser, als die Berliner Erklärung vor 44 Jahren.
Und das mit dem Spalten von Atomen ist in jeglicher Form doof, dann lieber Pudding (auch mit Haut).
Henriette (Mittwoch, 29 April 2026 13:32)
... ich schätze diese Haut sehr . ist irgendwie wie eine Schutzkrönung ...
Zirbe (Dienstag, 12 Mai 2026 21:16)
Ich mag die Haut vom Pudding auch gerne. Dürft ihr alles mir geben.
Und wenn wir damit Frieden schaffen, dann verzichte ich gerne auf die Pudding Haut.
Und rühre den frisch gekochten Pudding bis die Haut aufgibt.