Ich mag Senf, Bücher und mein silbernes Wählscheibentelefon. Wenn ich am Schreibtisch sitze, höre ich die Schiffe tuten. Morgens schreibe ich von Goldfischen, mittags von Frau Mommsen. Gott schwebt in den Zwischenräumen und hat keinen Artikel. Manchmal begegnen wir einander.
Die wenigsten meiner Sätze sind endgültig, ich mag es, wenn sie ein Fenster öffnen und Wind reinlassen. Geschichten sollen mich überraschen, ich mag das Unvorhergesehene, das Wilde und alles, was einen doppelten Boden hat.
Ich glaube an die Liebe. Impro-Theater hilft auch. Alle sechs Wochen feiere ich Wohnzimmerkirche und an 47,3 Tagen schreibe ich mit anderen, weil wir einander besser, weiter, schöner inspirieren als jede KI.
Ich esse Sauerkraut mit Falafel und protestiere gegen rechtsextreme Parteien, die sich in Schafpelzen verstecken. Ich finde, das ist eine Beleidigung für die Schafe. Ich war mal 11 Monate Hilfsschäferin, aber die Schafe meinten, ich solle lieber was anderes machen.
Seitdem schreibe ich.
Zum Beispiel für die Verlage Herder und Chrismon, für den NDR und Deutschlandfunk. In der österreichischen Zeitschrift Welt der Frauen lote ich in meiner monatlichen Kolumne spirituelle Momente im Alltag aus. Außerdem biete ich in unterschiedlichen Kooperationen Schreibseminare an.
Bevor ich mich selbständig gemacht habe, war ich wenig erfolgreiche Klassensprecherin der 8c, Pressereferentin bei der Evangelischen Kirche und danach Redakteurin beim Hamburger Verein Andere Zeiten.
