Hallo November

Diesmal übertreibst du aber. Dass es mit dem Nachmittags-kaffee dunkel wird, daran habe ich mich in den letzten 48 Jahren mühevoll gewöhnt. Und dass du Regen magst – geschenkt. Den brauchen wir ja, da bin ich vernünftig. Aber ein Lockdown? Im Ernst? Kein Café, das leuchtturmgleich die schwankenden Seelen heimruft? Kein Theater, das dem Leben eine Bühne gibt? Und Doppelkopfrunden höchstens für Großfamilien? 

Das ist hart. Hast du denn nicht Rilke gelesen? Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben… wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.  Das kannst du nicht wollen. Im Inneren deiner Seele willst doch auch du geliebt werden. Also frage ich dich: Was hast du zu bieten? Dieses Jahr ist deine Chance. Noch nie waren so viele Augen auf dich gerichtet. Wenn du es schaffst, uns alle 30 Tage über Wasser zu halten, könnte das deine Beliebt-heitswerte enorm verbessern. Laubhaufenspringen? Freiluftyoga? Lichtermeereintauchen? Zeig, was du kannst. Wir machen mit!

 

Im November ziehe ich um zu Chrismon: Dort gibt es jeden Tag einen Text: Lichtblick-Blog

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Kommentare: 5
  • #1

    Dorette Volkenandt (Sonntag, 01 November 2020 11:26)

    Danke Susanne, genau das, was ich mir im Stillen gewünscht habe. Diese Begleitung, um Gedanken gerne mit anderen zu teilen. Ich freue mich auf den Blogg. Und auf die Begegnungen, die sich mit Abstand daraus ergeben, auch die mit mir :) .
    Bleib behütet Dorette

  • #2

    Dorette Volkenandt (Sonntag, 01 November 2020 11:27)

    Sorry, kommt irgendwie immer doppelt, auch wenn ich nur einmal klicke... so what...

  • #3

    moni_lie (Sonntag, 01 November 2020 12:46)

    Lichtblicke im November.
    Fürs Herz, für den Kopf und für die Seele.
    Das freut mich sehr.
    Danke dafür.

  • #4

    Gerald (Montag, 02 November 2020 14:13)

    Liebe Susanne,
    genau das war auch mein Gedanke: der November hat doch eh schon ein gewaltiges Imageproblem! Und musste direkt an 2 Novembergedichte deines ebenfalls großartigen Kollegen Fritz Eckenga denken: ein Schmäh- und ein Lobgedicht. Das Lobgedicht kam zustande, weil sich ein Kind über sein Schmähgedicht ärgerte ("So ein doofes Gedicht! Dabei hab ich im November Geburtstag!") ;-) sh. http://ringelmiez.de/2014/11/09/zwei-versionen-november/

  • #5

    Beate (Mittwoch, 04 November 2020 09:22)

    Danke, liebe Susanne!

    Ich glaube ja, dass Corona eine Lupe legt auf all das, was schon lange nicht mehr in Ordnung ist... Es ist Zeit, dass wir hinsehen und uns nicht mehr ablenken lassen... und vielleicht ist Zeit für ein gutes Buch... Ich empfehle " Unsere Welt neu denken" von Maja Göpel und i m m e r DIE BIBEL mit der ganzen Wahrheit... (ich finde es wunderbar, wie Sie sie für uns in unsere Zeit neu übersetzen - Gottes Wort in Menschen Wort - danke, danke, danke!)

    Alles Liebe!