Nachts

Möglich, dass mir Gott eines Nachts im Traum begegnet. Es ist dunkel. Alles schläft. Draußen scheint ein Stern. Ich stehe an der Krippe und schaue hinein. Gott selbst liegt dort auf Heu und auf Stroh. Ich beuge mich hinab, um ihn anzusehen, da höre ich eine Stimme: „Gib mir einen Namen“, sagt sie, und die Stimme meint mich. Ich sehe Gott an und ich sehe die ganze Welt in seinem Gesicht und alles darüber hinaus. Ich kann mich nicht satt sehen. Was für eine Aufgabe, denke ich, kein Name scheint mir genug. Jesus, fällt mir ein, Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst, aber das alles trifft es nicht. Kein Name kann fassen, was ich sehe. Und schließlich denke ich: „Ach!“ Nur: „Ach!“ Das ist mein Name für Gott.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Eva-Maria Ullmann (Sonntag, 24 Dezember 2017 10:36)

    Ach... nach-denkenswerte Wort-Kunst von Susanne am Hl. Abend. Vergelt's Gott auch dafür und überhaupt für sehr viel Inspirierendes unterm Jahr; jetzt bin ich auch innen weihnachtsfein!
    Auch Ihnen wünsche ich ein immer neues Staunen über Lichter, die sich auch in Pfützen zeigen - das ist der Kern unserer wunderbaren Botschaft davon, das GOTT nicht nur Mensch geworden ist, sondern Mensch ist. Auch jedenfalls.
    Wir freuen uns auf Hamburg, damit beginnen wir das Jahr 2018!
    Gesegnete Weihnacht.
    Eva-Maria Ullmann

  • #2

    Eva-Maria Ullmann (Sonntag, 24 Dezember 2017 10:37)

    "auch" in fast jedem Satz :( darüber staune ich gerade :).

Au ja! Ich möchte wissen,

was es Neues gibt