(Keine) Randnotiz

Wir fahren über die Grenze, die keine Grenze mehr ist. Die Bäume gleichen sich, aber im Hotel gibt es Schokostreusel zum Frühstück. 

Abends löffeln wir unsere Suppe; 16 Deutsche an einem Tisch, an den Nachbartischen Niederländer. Alle legen um Punkt acht ihr Besteck zur Seite und schlucken: Stille im ganzen Land. Zwei Minuten Gedenken der niederländischen Opfer im Krieg. 

Was für eine Gnade, denke ich, dass wir das zusammen tun können. Opa hat das Land besetzt, und ich bekomme Tomatensuppe.

Das ist Frieden. Wie dankbar ich dafür bin.

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Sylvana (Montag, 06 Mai 2019 11:09)

    Ich schlucke und habe ein Träne im Auge.
    Warum berührt das so viele nicht mehr?
    Frieden ist das größte Geschenk.
    Das darf sich nicht abnutzen.

  • #2

    Heike (Dienstag, 07 Mai 2019 11:23)

    Freiheit, Zeit und Gesundheit sind Dinge mit denen wir viel anfangen können,
    leider oft nicht nutzen... oder uns dieser Geschenke nicht bewusst sind und
    ja auch der Frieden.... uns ist der Frieden nicht bewusst, leider geht es in
    anderen Ländern immer noch nicht friedlich zu, schade.
    Danke für den Denkanstoß

  • #3

    Gudrun (Dienstag, 07 Mai 2019 11:29)

    Danke für diese Zeilen. Sie berühren mich tief. Danke.

  • #4

    Judith Manok-Grundler (Donnerstag, 09 Mai 2019 16:02)

    Liebe Susanne,
    danke dir für diesen Beitrag.
    "Das ist eine Auferstehungserfahrung" - war der Gedanke, der mir beim Lesen durch den Kopf ging. Wie passend, schließlich befinden wir uns noch in der österlichen Festzeit.
    Und es macht mir noch einmal deutlich, wie sehr wir uns für Demokratie und Europa einsetzen müssen, wenn wir diesen Frieden erhalten wollen.
    Die Zeichen stehen - wieder einmal - auf Sturm und ich wünsche mir sehr, dass wir dieses Mal die Vorzeichen richtig deuten, statt denen nachzurennen, die mit einfachen Erklärmustern und Schwarz-Weiß-Denken unterwegs sind, ihre Polemik zu verbreiten.
    Herzlich
    Judith

  • #5

    *freudenwort (Donnerstag, 09 Mai 2019 18:18)

    .... ja, liebe Judith:
    wählen gehen und Europa nicht den Rechten und jenen, die "rechts" für Protest halten, überlassen!

    LG, Susanne