Nach einem Zoom-intensiven Wochenende

Gott zoomt jetzt oft. Wo er sich seltener unter die Leute mischen kann. Früher saß er freitags oft in der Kneipe neben Monika, und wenn es spät wurde, dann hakte er den Hans unter und passte auf, dass er nicht über einen Bordstein stolperte. Aber die Kneipen haben zu. Hans sitzt viel zu oft allein in seinem Zimmer. "Treffen wir uns auf Zoom", sagt Gott, aber Hans macht eine verächtliche Handbewegung. "So'n Schnickschnack mach ich nicht mit." "Bitte", sagt Gott, "wo du doch das neue Handy hast." Aber Hans will nicht. Gott lässt nicht locker. 

"Weiß nicht, wie das geht", murmelt Hans schließlich. 

"Musste ich auch lernen", sagt Gott, "ist nicht schwer."

Da wird Hans hellhörig. "Du? Wenn einer nix lernen muss, dann doch wohl du!"

"Hans, wie kommst du denn auf sowas." Und dann sagt Gott einen seiner Sätze: "Ich werde sein, der ich sein werde." Und weil Hans guckt, wie er guckt, wenn er mit was nichts anfangen kann, sagt Gott es nochmal in anders: "Ich höre nie auf zu Werden."

Das verschlägt Hans fast die Sprache. Weil es so anstrengend klingt: "Wieso das denn?"

"Ich werde, damit du wirst", sagt Gott.

Hans lächelt schief, er hat keine Ahnung, was Gott damit meint. Aber es klingt gut.

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Kommentare: 5
  • #1

    Beate (Montag, 26 April 2021 05:52)

    Guten Morgen, liebe Susanne,

    wenn ich diese wundervollen Texte lesen, wünsche ich mir wieder einmal dass jede, jeder, die Chance braucht, Gott kennen zu lernen und mit ihm zu werden und zu wachsen....
    Denn was würde uns dann fehlen?
    In ihm, in ihr, liegt das Heil!

    Ein herzliches Dankeschön!

    Alles Liebe,
    Beate

  • #2

    Gundolf (Montag, 26 April 2021 17:52)

    Wie wunderbar❣️
    Und wirklichkeitsnah.
    Vor allem, weil ich jeden Tag im HomeOffice auch ganz oft in Teams (so etwas wie Zoom, nur halt für den professionellen Einsatz) hänge.
    Keine Gespräche am Kaffeeautomaten.
    Keines beim gemeinsamen Frühstück.
    Oder beim Mittagessen.
    Keine vor Wut auf den Tisch rumsende Hand ✋
    Kein Händedruck am Morgen bei der Ankunft im Büro.
    Dafür aber eine liebevolle Umarmung meiner Liebsten❣️
    Früher erst nach Feierabend, heute auch schon zur Frühstückspause❣️

    Liebe Susanne, danke für die vielen schönen Texte von dir. Danke❣️
    Bleib gesund, negativ und behütet❣️

  • #3

    Bettina Winkel (Dienstag, 27 April 2021 10:13)

    Hallo und guten Morgen,
    ein wirklich, wirklich schöner Text. Bin ich froh, dass ich ihn gerade eben gelesen habe. Plötzlich wieder munter!

    Liebe Grüße Bettina

  • #4

    Anke Dittmann (Dienstag, 27 April 2021 18:31)

    Hallo Frau Niemeyer,
    wieder ein toller Text, vielen Dank.

  • #5

    Sabine junak (Freitag, 30 April 2021 07:38)

    Es hat mich sehr berührt. Gott ist ein lernt❤️